Neuseelands Südinsel

Neuseelands Südinsel

1. März 2020 2 Von Pia

Nach 430 Reisetagen landeten wir im am weitesten von Zuhause entfernten Land Neuseeland. Mehr als 18 tausend Kilometer von Deutschland weg, auf der anderen Seite der Erde. Doch als wir aus dem Flughafen spaziert waren, unser Mietauto abgeholt hatten und die ersten Kilometer auf den Straßen fuhren kam es uns vor, als wären wir in der Schweiz gelandet. Am anderen Ende der Welt war der Unterschied zu Zuhause so gering wie in bisher keinem anderen Land auf unserer Reise. Wir wussten nicht direkt ob wir das positiv oder negativ finden sollen. Jedenfalls war schnell klar, dass sich hier jeder Europäer zurechtfindet ohne erstmal einen Kulturschock zu erleiden.

 

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Unsere genaue Route findet ihr unter der Kategorie ->LIVEROUTE

Neuseeland besitzt eine Nord- und eine Südinsel. Da wir ja jetzt schon mal hier waren, wollten wir gleich beide Inseln besichtigen und unsere Tour startete in der Großstadt Christchurch auf der Südinsel. Sich ein Auto zu mieten ist ein Must, denn die Distanzen zwischen den einzelnen Attraktionen sind weit. Nach ausgiebiger Recherche haben wir  bei Lucky Rentals den besten Deal gefunden. Für einen kleinen Fiat zahlten wir hier nicht einmal 15 Euro pro Tag. Eine coolere, aber auch um einiges teurere Variante ist, sich einen Camper Van zu mieten. Dies ist unter Backpackern bzw. Travelern die beliebteste Variante, denn Neuseeland ist das absolute Campingparadies. Wir hatten eigentlich geplant in billigen Hostels unterzukommen, doch unter 20 Euro pro Person und Nacht fanden wir nichts. 40 Euro pro Nacht für zwei Stockbetten in einem muffigen Raum zu bezahlen brach uns unser Schwabenherz und somit beschlossen wir unseren Fiat jeden Abend zu unserem Bett umzuwandeln und auf kostenlosen Campingplätzen zu parken. Bei den Free Campsites ist ganz wichtig ist zu beachten, ob das Camp ausschließlich für ,,Self Contained Vehicles‘‘ ist, das hießt für Fahrzeuge wie Wohnmobile die ein eigenes Klo, Wasser und Mülleimer besitzen oder ob es auch ,,Non Self Contained Vehicles‘‘ erlaubt, also ein Fahrzeug wie unseres. Wir parkten eine Nacht ausversehen auf einem nur für ,,Self Contained Vehicles‘‘ zugelassenen Platz und kassierten prompt einen Strafzettel von 200 Dollar. Um herauszufinden wo sich kostenfreie Campsites befinden und welche Arten von Fahrzeugen darauf zugelassen sind, empfehlen wir die App ,,CamperMate‘‘. Leider downloadeten  wir diese erst nach dem Strafzettel…

Neben Webseiten und Apps fürs  Campen  gibt es online zudem detaillierte Informationen zu jeglichen Attraktionen, Wanderungen und anderen Aktivitäten.  Auch vor Ort gibt es überall Informationszentren, die einem oft nochmal weitere Tipps und Empfehlungen  geben können.  Besser kann man den Tourismus eigentlich nicht mehr organisieren. Allerdings müssen wir zugeben das Neuseeland in unseren Augen KEIN Backpacker Land ist. Die Preise sind extrem hoch und wenn man nicht gerade wie wir im Auto auf kostenfreien Campingplätzen ohne großen Komfort bleiben möchte, muss schon ganz schon tief in die Tasche greifen. Auch unsere Ausgaben für Essen, Sprit und Freizeitaktivitäten betrugen hier im Vergleich zu Asien oder Afrika  mehr als das Doppelte. Allerdings heißt das nicht, dass uns Neuseeland nicht gefällt. Die Natur ist wirklich einzigartig und wer ein Outdoor Freak ist, findet hier zu jeder Saison etwas Passendes. Im Sommer kann man die Berge mit einem Downhill Bike herunter rasen, einen der reißenden Flüsse mit einem Speed boat befahren oder einen Heli Hike auf einen Gletscher unternehmen. Im Winter verwandelt sich die Berglandschaft dann in ein riesiges Skigebiet.

Doch nun zu dem was wir auf der Südinsel unternommen haben:

Lake Tekapo & Lake Pukaki

Das schönste auf unsere Tour durch die Südinsel kam direkt am Anfang. Der Lake Tekapo und der Schwester See Lake Pukaki befinden sich ziemlich zentral im Zentrum der Insel. Die Region um die Gletscherseen ist sehr dünn besiedelt und die Natur steht hier ganz klar im Fokus. Die Kombination aus tiefblauen Seen und der majestätischen Bergkulisse ist traumhaft  schön. Auch wenn die Seen durch das Gletscherwasser eiskalt sind musst man hier einmal reingesprungen sein. Am Abend kann man hier zudem wunderbar die Sterne bestaunen und wer Zeit hat sollte das Mount John Observatorium besichtigen, welches das größte Teleskop des Landes besitzt.

 

Mount Cook Nationalpark

Der Mout Cook Nationalpark sollte ebenfalls nicht auf einer Rundreise durch Neuseeland fehlen. Namensgeber für den Nationalpark ist der höchste Berg der Insel der 3724m hohe Mount Cook. Es gibt innerhalb des Parks viele Attraktionen und Möglichkeiten die einzigartige Natur zu erleben und zu bestaunen. Wir wanderten hier den Hooker Valley Track, besichtigten die Blue Lakes und liefen den Tasman Glacier Walk.

 

Queenstown

Queenstown ist die Party Stadt auf der Südinsel und zieht vor allem junge Backpacker und das Party Volk an. Die Innenstadt bietet zahlreiche Pubs und Bars und in den Abendstunden blüht die Stadt nochmal so richtig auf. Der Ort hat nicht einmal 13000 Einwohner  und somit wundert es nicht, dass man auf fast mehr Deutsche  als auf Einheimische trifft. Ebenfalls bekannt ist Queenstown zudem für die vielen Outdooraktivitäten, die man rund um die Stadt erleben kann. Dazu zählen Canyoning, Rafting, Klettern, Paragliding, Bunge Jumpen, Heli-biking und vieles mehr. Auch wir konnten dem Actionangebot nicht widerstehen und liehen uns kurzer Hand zwei Downhill Bikes aus, um damit den Jan’s Peak herunter zu fahren. Eine Gondel die im Winter die Skifahrer auf den Berg bring, befördert im Sommer  die Biker zum Downhill Startpunkt. Hinunter gibt es dann verschiedene Tracks mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Um ehrlich zu sein dachte ich nicht, dass wir aus der Sache wieder heil rauskommen, doch wir hatten Glück und am Abend kamen wir nach zahlreichen Abfahrten wieder unverletzt im Tal an.

 

Wanaka & Roys Peak

Wanaka war für uns ebenfalls ein absolutes Highlight. Der kristallklare Lake Wanaka zieht Segler, Kayaker und Jetbootfahrer aus dem ganzen Land an. Wanaka ist außerdem Startpunkt für einen der berühmtesten Wandertracks des Landes. Etwas außerhalb der Stadt startet im Tal die Tageswanderung auf den Mount Roy. Der 16 km lange Track war für uns die schönste aber auch härteste Wanderung seit langem. Die Steigung war extrem und nach den ersten 5km brannten uns bereits die Oberschenkel. Zudem kam, dass wir bereits um 3.30 Uhr in der Nacht losliefen, da wir pünktlich zum Sonnenaufgang am Gipfel sein wollten. Dies bedeutete, dass wir den ganzen Weg hinauf unter klarem Sternenhimmel hinaufkrakselten. Doch wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee und man konnte immer wieder die Taschenlampen der anderen Frühaufsteher sehen. Nach knappen 3,5 Stunden erreichten wir noch in der Dämmerung den Gipfel. Die Aussicht war bereits bombastisch und wir konnten kaum glauben, dass wir bereits um 7 Uhr auf solch einem Berg standen.

 

Franz Josef Gletscher

Der Franz Jozef Gletscher befindet sich an der Westküste. Nach einem Fußmarsch der etwa eine Stunde dauert gelangt man zum Aussichtspunk, von dem man das kleine flecken Eis besichtigen kann. In den letzten hundert Jahren ist der Gletscher massiv zurückgegangen. Entlang des Weges gab es immer wieder Schilder auf denen markiert wurde wo der Gletscher in der Vergangenheit endete und was man selbst gegen den Klimawandel tun kann. Etwas  ironisch war allerdings, dass im Minutentackt Helikopter mit Touristen über das schmelzende Eis flogen.